Frauenhaus Schweinfurt

Am 01.07.2015 bestand das Frauenhaus für die Region Main-Rhön in Schweinfurt, das vom Verein Frauen helfen Frauen getragen wird 35 Jahre. Ist das ein Grund zur Freude?

Ja, denn der Verein Frauen helfen Frauen konnte mit seinen Mitarbeiterinnen seit dem Umzug in das jetzige Frauenhaus Ende 1994 in den letzten 20 Jahren durchschnittlich jährlich 58 Frauen mit 67 KindernSchutz und Unterstützung bieten und in den letzten 15 Jahren durchschnittlich 150 telefonische und 75 persönliche Beratungsgespräche mit gewaltbetroffenen Frauen und ihren Unterstützungspersonen führen.

Die Notwendigkeit dieses Unterstützungsangebotes und die Arbeit der sechs hauptamtlichen und derzeit acht ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen werden von vielen Seiten anerkannt.

Viele weitere positive Entwicklungen, die den gewaltbetroffenen Frauen zu Gute kommen, wurden in den letzten Jahren angestoßen.

  • 1996 wurde der Arbeitskreis „Interventionsansätze gegen Männergewalt in Familien“(jetzt “Runder Tischgegen häusliche Gewalt“ zusammen mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Schweinfurt gegründet.Nach dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes 2002 wurden auch in den Landkreisen Bad Kissingen und Haßberge „Runde Tische gegen Häusliche Gewalt“ eingerichtet.
  • 1998 nahm bei der Polizei Schweinfurt die erste Sachbearbeiterin „Häusliche Gewalt“ im Rahmen eines Modellprojekts ihren Dienst auf. Nach der Erprobungsphase wurden 2000 in allen Polizeiinspektionen Bayerns solche Stellen eingerichtet.
  • Seit 1992 trägt der Verein Frauen helfen Frauen auch die Anlaufstelle Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen.
  • 2003 wurde das Schweinfurter Frauenhaus im Rahmen eines Modellprojekts „Wege aus der häuslichen Gewalt – Flankierende Beratung zum Gewaltschutzgesetz“ vom Sozialministerium 1 ½ Jahre gefördert.
  • 2007 förderten die Kommunen ½ Stelle für ambulante Beratung.
  • 2008 wurde die Kooperation mit dem Polizeipräsidium Unterfranken zur pro-aktiven Beratung bei häuslicher Gewalt vereinbart.
  • 2009 konnte der Verein Frauen helfen Frauen die neue Beratungsstelle in der Cramerstraße 19 eröffnen, die vom Frauenhaus und der Anlaufstelle sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen gemeinsam genutzt wird.
  • 2010 feierte das Frauenhaus sein 30-stes und 2012 die Anlaufstelle sexuelle Gewalt ihr 20-stes Jubiläum.

Aber

Der Bericht der „Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA)“ Wien/Brüssel 2014 belegt nicht nur die weltweit verbreitete Gewalt gegen erwachsene Frauen, sondern schildert auch die körperliche und sexuelle Gewalt, die Frauen in der Kindheit erfahren haben.22 % der Frauen haben körperliche und/oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft erlebt. 48 % der Frauen waren entweder durch aktuelle oder frühere Partner psychischer Gewalt ausgesetzt.

67% der weiblichen Opfer körperlicher und/oder sexueller Gewalt wenden sich nach schwerwiegenden Gewalterfahrungen nicht an die Polizei oder andere Einrichtungen.In Deutschland suchen nur 3% (europaweit 6%) aller von schwerer körperlicher und sexueller Gewalt betroffenen Frauen Kontakt zu einem Frauenhaus und ebenfalls nur 3% (europaweit 4%) Kontakt zu einer Opferschutzeinrichtung!

Wenn gewaltbetroffene Frauen und deren Unterstützungspersonen nicht wissen, wo sie Hilfe erhalten können und kein Klima vorherrscht, das häusliche Gewalt nicht duldet, kann sich nichts ändern. Die Verfügbarkeit von Opferschutzeinrichtungen (Frauenhäusern und Fachberatungsstellen) und die Kenntnis darüber sind Grundvoraussetzungen für die Annahme von Hilfe.

Das trifft auch auf unser Einzugsgebiet Region Main-Rhön zu . Zudem ist dieMöglichkeit neben dem Schutz durch das Frauenhaus sich telefonisch (auch anonym) und persönlich beraten zu lassen nicht überall in unserer Region gleich gut bekannt. Das zeigt sich an der geringeren Inanspruchnahme von Frauen aus den weiter entfernten Landkreisen (Haßberge und Rhön-Grabfeld).

Wir bedauern sehr, dass wir häufig für Frauen, die dann endlich den Schritt der Trennung vom gewalttätigen Partner wagen, keinen freien Platz haben.Seit wir 2001 die Abweisungen von hilfesuchenden Frauen wegen Platzmangel dokumentieren, mussten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses in den letzten 14 Jahren durchschnittlich 52 Frauen pro Jahr wegen Platzmangel abweisen. Dazu kommen genauso viele Anfragen von Frauen, die wir trotz ihrer schwierigen Situation nicht aufnehmen können, weil weder die räumlichen noch die personellen Voraussetzungen für deren Betreuung vorhanden sind.

Obwohl die ersten Frauenhäuser 1976 vor fast 40 Jahren eröffnet wurden, ist deren Finanzierung bundes- und landesweit unzureichend und nicht gesichert.

Es fehlt an allen Ecken und Enden, weswegen die Frauenhausträger, wie auch der Verein Frauen helfen Frauen in Schweinfurt, jährlich einen hohen Eigenanteil beitragen müssen, um den Betrieb des Frauenhauses aufrecht zu erhalten.Spenden und Bußgeldeinnahmen sind nicht planbar und unterschiedlich hoch. Die Verantwortung für die Mitarbeiterinnen erfordert Rücklagen, die immer mehr sinken, weil die Ausgaben Jahr für Jahr steigen.

Das Schweinfurter Frauenhaus leidet wie alle Frauenhäuser unter dem Fehlen eines gesetzlichen Rahmens, der gewisse Mindeststandards für eine qualitativ gute Arbeit ermöglicht.Das Land Bayern fördert seit 2003 jedes Frauenhaus (entsprechend der für jede Region festgelegten Aufnahmekapazität) mit einem Festbetrag. Abgesehen von einer 13%igen Erhöhung 2009 ist dieser seit über 20 Jahren unverändert geblieben ist (2014: 7,3% der Gesamtausgaben des Schweinfurter Frauenhauses). Die Richtlinien zur Förderung von Frauenhäusern, an denen sich auch die Kommunen orientieren, lassen viele Arbeitsbereiche unberücksichtigt.Im Übrigen hält der Freistaat die Kommunen für zuständig. Die Kommunen, diezwar zusammengenommen den größten Anteil an der Finanzierung tragen (im letzten Jahr67% = 13,4% pro Kommune) sind die unmittelbaren Ansprechpartner für die Frauenhausträger und verweisen bei zusätzlichen Anträgen auf das Land Bayern. In unserem Fall handelt es sich um die Stadt Schweinfurt und die Landkreise Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld, denen wir für ihre Förderung dankbar sind. Alle fünf müssen jedochüberzeugt werden, wenn es um zusätzliche Förderung für unsere Arbeit geht.Neben den Mieteinnahmen der Frauenhausbewohnerinnen musste der VereinFrauen helfen Frauen im letzten Jahr allein für den Betrieb des Frauenhauses 15,2% der Gesamtkosten tragen, das ist auch der Grund dafür, dass (in der Öffentlichkeit) weniger die geleistete Arbeit für gewaltbetroffene Frauen und Kinder, sondern nach 35 Jahren noch immer die unzureichende Finanzierung im Vordergrund steht.

Fachberatungsstelle
bei häuslicher und sexualisierter Gewalt

Frauenhaus Schweinfurt

Frauen helfen Frauen e.V.
Postfach 1235
97402 Schweinfurt

Telefon: 09721 786030
Fax: 09721 786033
Mail: frauenhaus.schweinfurt@t-online.de


Spendenkonto:
Sparkasse Schweinfurt
IBAN: DE37 7935 0101 0000 032318
BIC: BYLA DE M1 KSW
Spenden/Mitgliedschaft

gefördert durch:

und durch die Kommunen der Region Main-Rhön


Mitglied im:

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