Frauenhaus Schweinfurt

Der effektive Gewaltschutz von Frauen und ihren Kindern ist in Deutschland nach wie vor nicht gewährleistet.

Ein entscheidendes Defizit ist: Femizide werden nicht wirksam verhindert.

So wurden im Jahr 2019 135 Femizide in Deutschland verübt und dabei auch 15 Kinder getötet, 63 Frauen erlitten lebensgefährliche Verletzungen.

Die Darstellungen der Tötungen werden oft entweder dramatisiert oder romantisiert, indem über „Eifersuchts“ – oder „Liebesdramen“ und „Familientragödien“ geschrieben wird. Diese Beschreibung beeinflusst, wie darüber gedacht wird, die Tat wird zur Privatsache und eher zu einem singulären Ereignis.

Doch:

Femizide sind Morde an Frauen, weil sie Frauen sind.

135 Femizide in einem Jahr bedeuten, dass jeden 2. bis 3. Tag eine Frau ermordet wird durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners.

Femizide machen auch vor unserer Haustür nicht halt. So wurden auch in unserer Region 3 Frauen ermordet, und wir unterstützen 2 Frauen mit ihren Kindern, die einen Mordversuch überlebt haben.

Frauen werden ermordet, weil sie Frauen sind. Das sind eben keine individuellen Familiendramen, Trennungstötungen oder rein private, dramatische Beziehungstaten, die spontan eskaliert sind und die darum nur als Totschlag verhandelt werden. Dafür gibt es eine geringere Strafe als für einen Mord. NEIN: Femizide sind vorsätzliche, geplante Tötungen von Frauen, weil sie Frauen sind. Weil sie beispielsweise arbeiten gehen wollten, weil sie für die neue Geliebte im Weg waren, weil sie die Gewalt des Mannes angezeigt haben und sich trennen wollten, weil sie einen Freund hatten, den sie selbst ausgesucht haben, weil sie nicht den Mann heiraten wollten, den die Familie ausgesucht hat, weil sie schwanger waren. Eben weil sie eigene Entscheidungen treffen und nicht /nicht mehr nach den Vorschriften des Mannes oder Ex-Partners leben wollten oder konnten.

Frauen, die selbstbestimmt über ihr Leben, ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden wollen, werden von denen, die das nicht dulden, brutal bestraft. Viele Frauen und auch ihre Kinder haben ein langes Leid hinter sich, bevor ihnen das Leben genommen wird.

 

Heute auf den Tag genau vor einem Jahr musste eine Frauenhausmitarbeiterin im Landgericht einer anderen Stadt aussagen gegen den Beschuldigten, der seine Ex-Frau und deren neuen Partner öffentlich mit etlichen Messerstichen ermordet hatte. Das gemeinsame Baby überlebte. Diese Frau war vor ein paar Jahren vor diesem Gewalttäter zu uns ins Haus geflüchtet. Es war ein geplanter Femizid.

Mit seinem absoluten Vernichtungswillen demonstrierte der Täter seinen Herrschafts- und Besitzanspruch.

Mit großer Trauer gedenken wir aller getöteten und verletzten Frauen und Kinder.

Am Internationalen Frauentag 2021 verteilten wir an alle Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen des Frauenhauses rote Rosen als Zeichen der Wertschätzung und Solidarität.

Das Frauenhaus für die Region Main Rhön in Schweinfurt setzt sich seit nunmehr über 40 Jahren für ein Leben ohne Angst vor Gewalt für jede bedrohte und misshandelte Frau und ihre Kinder ein. Im Jahr 2020 konnten wir 46 von Gewalt betroffenen Frauen und 43 Kindern Unterkunft und Schutz geben.

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10.03.2021

Sabine Dreibholz

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Frauenhaus für die Region Main-Rhön

Postfach 12 35

97402 Schweinfurt

Tel. 09721 78 60 30

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bei häuslicher und sexualisierter Gewalt

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