Kinder im Frauenhaus

Ins Frauenhaus kommen viele Frauen mit Kindern jeden Alters. Diese sind als Opfer oder Zeugen häuslicher Gewalt in der Regel mitbetroffen. Frauenhäuser dienen daher sowohl dem Schutz von Frauen als auch dem Schutz von Kindern.


KINDER UNTERSTÜTZEN WIR

  • bei der Bewältigung des Verlustes der gewohnten Umgebung
    Obwohl die meisten Kinder erleichtert sind, wenn sie sich in Sicherheit befinden, ist der Einzug ins Frauenhaus mit großer Unsicherheit und Ängsten verbunden.

    Sie haben Angst, dass der Vater sie finden könnte, aber machen sich auch Sorgen, wie er allein zurechtkommt. Die Tatsache, dass ihre Mütter Hilfe bekommen, entlastet sie allerdings sehr.

    Zusätzlich zum Verlust der vertrauten Umgebung ist für die meisten Mädchen und Jungen ein Wechsel der Schule bzw. der Kinderbetreuung erforderlich. Die Mitarbeiterinnen informieren Mütter und Kinder, helfen bei der Ummeldung und begleiten auch den neuen Anfang.
  • bei der Verarbeitung der miterlebten oder selbst erfahrenen Gewalt
    In der Zeit ihres Frauenhausaufenthaltes brauchen auch die Kinder eigenständige Unterstützung, vor allem große Zuwendung.

    Die Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern erleben oft als erste, welche weitreichenden Folgen das Leben und Aufwachsen in einer gewaltgeprägten Familie haben kann. Manche Mädchen und Jungen können im Frauenhaus erstmals beginnen, Kind zu sein. Im Schweinfurter Frauenhaus werden sowohl altersgemäße Freizeitaktivitäten als auch Gespräche zur Verarbeitung der Gewalterfahrungen angeboten.

IHRE MÜTTER BERATEN UND UNTERSTÜTZEN WIR

  • bei allen Problemen, die sich für die Kinder durch die Trennung und einen Wohnortwechsel ergeben
  • bei Konflikten wegen der Kinder, v.a. Fragen zu Umgangskontakten und Aufenthaltsbestimmungen
    Das Sorge- und Umgagsrecht beschäftigt die Mütter schon vor der Trennung von ihrem gewalttätigen Ehemann oder Partner. Die Angst, die Kinder bei einer Trennung zu verlieren, hindert viele Frauen daran, diesen Schritt zu tun. Im Frauenhaus werden sie beraten und unterstützt.
  • bei Erziehungsfragen
    Da auch Frauen, die selbst Opfer männlicher Gewalt geworden sind, manchmal überfordert sind oder ihren Kindern gegenüber gewalttätig sein können, ist die Beratungsarbeit mit den Müttern ein wichtiger Bestandteil der Frauenhausarbeit. Die Zeit des Aufenthaltes im Frauenhaus kann auch zur Thematisierung von Erziehungszielen und Erziehungsverhalten genutzt werden, in Einzelfällen auch zur Vermittlung lebenspraktischer und erzieherischer Kompetenzen.

    Viele Kinder sind sehr belastet. Sie benötigen häufig über den Frauenhausaufenthalt hinaus professionelle Unterstützung für die Bewältigung der Folgen familiärer Gewalterfahrungen. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses stellen oft den ersten Kontakt zu Jugendämtern und Erziehungsberatungsstellen her und begleiten diese Kontakte manchmal auch.

Mütter und Kinder sollen im Frauenhaus und später ein gewaltfreies und menschenwürdiges Leben führen können. Deshalb ist die Arbeit mit Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, für die Gewaltprävention von großer Bedeutung.